Die Schlaraffia Turicensis ist das Reych Nr. 19 und gehört zu den ältesten Reychen der Schlaraffia. Ihre Gründungsurkunde trägt das Datum 5. Oktober 1880; schon am 20. September 1880 hatten zehn Erzschlaraffen Rüstung und Embleme entworfen. Die Sanktion kam von der Allmutter Praga (durch Rt. Blondel der Notenkopf), und die Bulle des Mutterreyches Wratislavia vom 12. Oktober 1880 erkannte Turicensis als Tochter-Reych an.
Zu den Gründern zählten Blondel, Nett, Kohinor, Eckehard, Adolar, Doch, Tonika, Uriel, Jean Paul und Rappo. Seither wird in Zürich schlaraffisch gespielt - in gepflegter Freundschaft, mit Kunst und viel Humor, getreu dem Wort: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.“
Unsere Heimstatt ist die Granitburg zum Ackerstein in Zürich-Höngg. Ein Wandteppich zeigt den Einritt des Thrones aus a.U. 53/54 (1912/13); Reychsbanner und Reychsschwert, das Wandbild „Alt Zürich“ hinter dem Thron, der Sitz des Reychsorchesters und vier bemalte Scheiben aus der Burg von weiland Rt. Canari erzählen von einem langen Reychsleben. Mehr dazu auf unserer Sonderseite zur Burg.
Geschichte der Schlaraffia
🦉 Schlaraffia in Zahlen: Gegründet 1859 · Über 200 Reyche weltweit · 5 Kontinente · Eine Sprache · Eine Gesinnung: Humor, Freundschaft und Kunst.
Die Wiege: Prag, 1859
Es begann mit einer Handvoll Künstler und Intellektueller im Prag des Jahres 1859. Schauspieler, Dichter, Maler – Menschen, die die Schwere der Zeit für einige Stunden ablegen wollten, um gemeinsam zu lachen, zu spielen und Freundschaft zu pflegen. Sie nannten ihre Runde schlicht: Schlaraffia.
Der Name war Programm: Das sagenhafte Schlaraffenland, jenes Land der Leichtigkeit und Freude, sollte für einige Stunden real werden. Kein Standesdenken, keine Hierarchie des Alltags – nur Spiel, Humor und Kunst.
Das Spiel breitet sich aus
Die Idee sprach sich schnell herum. Schon bald entstanden weitere Reyche in anderen Städten des deutschsprachigen Raums: Wien, Berlin, Hamburg, München. Mit der deutschen Auswanderungswelle im 19. und frühen 20. Jahrhundert wanderte die Schlaraffia mit in die Neue Welt.
New York, Buenos Aires, São Paulo – überall dort, wo deutschsprachige Einwanderer eine neue Heimat suchten, gründeten sie auch einen Schlaraffen-Reych. Das Band der gemeinsamen Sprache und des gemeinsamen Spiels hielt sie zusammen – über alle Entfernungen hinweg.
Schlaraffia überlebt die Stürme der Geschichte
Zwei Weltkriege, politische Umwälzungen, Verbote – Schlaraffia hat vieles überlebt. In Deutschland und Österreich wurde die Vereinstätigkeit in den Kriegsjahren eingeschränkt oder unterbunden. Doch kaum war Frieden, lebten die Reyche wieder auf. Dieser Überlebenswille ist kein Zufall: Wo echte Freundschaft herrscht, findet sie immer einen Weg.
Besonders bemerkenswert: Während in Europa manches Reych temporär pausierte, lebte die Schlaraffia in Übersee ungebrochen weiter. Die Allschlaraffia – der weltweite Dachverband – sorgte für Zusammenhalt und Kontinuität.
Die Allschlaraffia – weltweiter Zusammenschluss
Alle Schlaraffen-Reyche der Welt sind in der Allschlaraffia zusammengeschlossen. Dieser Dachverband regelt die gemeinsamen Spielregeln, vergibt Reychs-Nummern und stellt sicher, dass ein Schlaraffe aus Tokyo bei einer Sippung in Frankfurt sofort zuhause ist.
Die Allschlaraffia hält damit etwas aufrecht, das in der modernen Welt selten geworden ist: Eine Gemeinschaft, die auf Werten gründet – nicht auf Profit oder Networking. Humor, Freundschaft und Kunst sind keine leeren Worte, sondern gelebte Praxis bei jedem Treffen.
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